Im Rahmen der Juniorwahl zur Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt haben auch unsere Schülerinnen und Schüler ihre Stimmen abgegeben. Die beigefügten Grafiken zu Erst- und Zweitstimmen machen sichtbar, dass unsere Schule ein eigenes Profil zeigt. Noch wichtiger als das reine Ergebnis ist jedoch, wie dieses entstanden ist: durch Information, Diskussion und die bewusste Auseinandersetzung mit politischen Positionen.
Erststimme: Persönlichkeiten, Argumente und Glaubwürdigkeit
Gerade das Ergebnis der Erststimmen dürfte auch durch die persönliche Begegnung mit den Kandidatinnen und Kandidaten geprägt worden sein. Im Rahmen unserer Podiumsdiskussion stellten sich die Direktkandidaten den Fragen der Schülerinnen und Schüler unmittelbar und ohne Ausweichmöglichkeit.

Dabei wurde Politik konkret erfahrbar. Entscheidend war nicht allein, welche Position vertreten wurde, sondern auch, wie sie begründet wurde: mit welchen Argumenten, mit welcher Sachkenntnis und mit welcher Bereitschaft, auf kritische Nachfragen einzugehen. Wer überzeugend, nachvollziehbar und faktenbasiert argumentieren konnte, hatte hier sichtbar die Möglichkeit, Vertrauen zu gewinnen. Das zeigt: Die Erststimme ist auch Ausdruck einer persönlichen politischen Bewertung.
Zweitstimme: Programme prüfen und Positionen einordnen
Auch bei den Zweitstimmen zeigt sich, dass politische Urteilsbildung an unserer Schule nicht oberflächlich bleibt. In verschiedenen Unterrichtszusammenhängen wurden Programme, Forderungen und politische Botschaften analysiert und verglichen.

Im Sozialkundeunterricht standen Inhalte, gesellschaftliche Zusammenhänge und politische Zielvorstellungen im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurde auch in anderen Fachbereichen gearbeitet. Im Kunstunterricht etwa wurden Wahlplakate hinsichtlich Gestaltung, Wirkung und Botschaft untersucht. Aussagen wurden mit Programmen abgeglichen und durch Faktenchecks überprüft.
Gerade diese intensive Auseinandersetzung ist bedeutsam. Wer hinter Parolen, Vereinfachungen und Inszenierungen blickt, kann politische Angebote differenzierter bewerten und fundierter entscheiden.
Politische Bildung als Teil unseres Schullebens
Die Juniorwahl war damit weit mehr als eine Wahlsimulation. Sie ist Ausdruck dessen, wofür Schule stehen sollte: Demokratiebildung, Diskussionsfähigkeit, Respekt, Perspektivwechsel und eigenständiges Urteilen.
Unsere Schülerinnen und Schüler sollen nicht gesagt bekommen, was sie denken oder wählen sollen. Sie sollen lernen, politische Aussagen zu hinterfragen, Argumente zu prüfen, Fakten von Behauptungen zu unterscheiden und sich eine eigene begründete Meinung zu bilden.
Die Ergebnisse der Juniorwahl und die beigefügten Grafiken zeigen deshalb nicht nur ein Abstimmungsbild. Sie zeigen auch, dass die kontinuierliche Arbeit für Demokratie, Miteinander, Freiheit, Respekt und sachliche Diskussion Wirkung entfalten kann.